Reihe: Studien und Quellen, Band 49
Arnold Schwede, den Münzliebhabern und Fachwissenschaftlern bereits als Autor verschiedener Aufsätze zur Münzgeschichte Paderborns bekannt, legt hier als Sammler eine grundsolide numismatische Territorial-Monografie vor.
Ein wichtiger Zweig der Geschichtswissenschaft ist die Münzgeschichte, die bis weit in das 19. Jahrhundert hinein recht kompliziert ist. In Deutschland lag das Münzregal – das Münzprägerecht – ursprünglich beim König, seit dem späten Mittelalter bei den Landesherren. Zahlreiche verschiedene Münzsysteme existierten nebeneinander. Auch der Wert der verschiedenen Münzen eines Systems unterlag großen Schwankungen, da der Münzwert auf dem (Edel-)Metallwert der einzelnen Münzen beruhte.
Die vorliegende Arbeit löst die inzwischen 120 Jahre alten Werke Joseph Weingärnters über die Paderborner Münzen ab, die schon lange nicht mehr den Forschungsstand wiedergeben. Kernstück des Buches ist der mit zahlreichen Abbildungen versehene Katalogteil, der chronologisch nach den Münzherren, den Fürstbischöfen von Paderborn, aufgebaut ist. Jedem Kapitel werden ein kurzer biographischer Abriss des jeweiligen Landesherrn sowie wichtige historische und münzgeschichtliche Ereignisse vorangestellt, es folgen Münzfunde, Münzumlauf, Prägeübersicht und vor allem Münzbeschreibungen. Im einführenden Teil des Buches werden neben einer knappen münzgeschichtlichen Einleitung Münzstätten, Münzmeister, Münzdirektoren und Wardeine erfasst ebenso Münzgewichte, Münzfüße und die Rechnungsweise des Paderborner Geldes. Für die Forschung von Interesse sind darüber hinaus das Verzeichnis der Paderborner Landesverordnungen zum Münzwesen sowie Protokollauszüge der Münzprobationstage. Aufschlussreich sind zudem die Zusammenstellungen der Fundorte neuzeitlicher Paderborner Münzen außerhalb Westfalens.
Das Buch ist aufgrund seiner Quellennähe unentbehrlich für die wissenschaftliche Numismatik und die westfälische Landes-, Geld- und Finanzgeschichte, aber auch für Sammler und Münzhändler ist es von überragender Bedeutung.
Es werden die Münzprägungen erfasst von den Paderborner Fürstbischöfen:
Dietrich IV. von Fürstenberg (1585-1618),
Ferdinand I. von Bayern (1618-1650),
Dieter Adolf von der Recke (1650-1661),
Ferdinand II. von Fürstenberg (1661-1683),
Hermann Werner von Wolff-Metternich zur Gracht (1683-1704),
Franz Arnold von Wolff-Metternich zur Gracht (1704-1718),
Clemens August von Bayern (1719-1761),
Wilhelm Arnold von der Asseburg (1763-1782),
Friedrich Wilhelm von Westphalen (1782-1789),
von dem Paderborner Domkapitel und
den Städten Paderborn und Warburg.
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