Vorderseite (Bild): Frontales Brustbild mit gelocktem Haar blickt nach links, in der Rechten einen Krummstab und in der Linken ein Buch haltend, im Feld Schrift. Vorderseite (Legende): OT - TO Rückseite (Bild): Burgartiges Gebäude in Aufsicht. Außen doppelter Perlkreis, darin Schrift. Rückseite (Legende): RADISVON (verwildert)
Der Schatzfund von Obing
Eine Sensation stellt die Auffindung des Münzhortes von Obing (Lkr. Traunstein) dar, denn mit einer Zeitstellung zwischen 1056 und 1120/30 gehören seine 994 Silberpfennige u. a. aus Regensburg, Salzburg und Passau einer extrem seltenen Fundgruppe an. Während bayerische Münzen der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts bedingt durch den Fernhandel häufig in skandinavischen Horten anzutreffen sind, setzt die Zeitstellung bayerischer Inlandsfunde erst zu Beginn des 12. Jahrhunderts ein. Diese zu beklagende Überlieferungslücke der mittleren Salierzeit füllt nun der Obinger Münzhort aus. Es verwundert deshalb nicht, dass unter den 36 Münztypen des Hortes mehr als die Hälfte bisher gänzlich unbekannt oder aufgrund fehlenden Vergleichsmaterials falsch zugeordnet war.