Ägyptische Mumienmaske aus Kartonage, präsentiert auf einem Stand
Material: Kartonage (mehrlagig verleimter Papyrus), Stuck, polychrome Bemalung
Datierung: Spätzeit (26. Dynastie, Saïtische Zeit bis ptolemäische Periode, ca. 663–31 v. Chr.)
Größe: Höhe 40,5 cm
Zustand: Guter Erhaltungszustand
Die Mumienmaske stammt aus der Spätzeit des Alten Ägyptens. Sie besteht aus mehreren Lagen verleimten Papyrus, die mit einer feinen Stuckschicht überzogen und anschließend polychrom bemalt wurden. Die Maske diente als Kopfabdeckung der Mumie und sollte die idealisierte Erscheinung des Verstorbenen bewahren sowie dessen Identität und Fortbestand im Jenseits sichern. Das Gesicht zeigt die für die Spätzeit typische idealisierte Gestaltung mit mandelförmigen Augen und Augenbrauen, beide schwarz konturiert, sowie einem ruhigen, symmetrischen Ausdruck. Die schwarz gefasste Perücke wird von einem beigen Stirnband auf dunklem Grund eingefasst. Im Zentrum der Stirn befindet sich eine Sonnenscheibe, darüber ein Skarabäus mit Falkenschwingen als Symbol der Wiedergeburt und des göttlichen Schutzes. Auf der Rückseite endet das Stirnband im sogenannten Isis-Knoten (Tyet), einem Schutzsymbol der Göttin Isis, das eng mit Bestattungsritualen und dem Fortleben im Jenseits verbunden ist. Der untere Abschluss bewahrt Reste dekorativer geometrischer Bänder und des Halskragens. Ikonographie und Ausführung entsprechen dem Formenschatz der saïtischen Epoche, einer Zeit, die sich durch eine bewusste Rückbesinnung auf künstlerische Traditionen des Alten und Mittleren Reiches auszeichnet. Mumienmasken dieser Art wurden unmittelbar über dem Kopf der Mumie angebracht und bildeten gemeinsam mit der Kartonagenhülle einen wesentlichen Bestandteil der funerären Ausstattung. Das Objekt weist ältere fachgerechte Konsolidierungen sowie partielle Retuschen und Übermalungen auf, wie bereits in einem französischen Gutachten von 1982 dokumentiert. Diese Maßnahmen dienten der Stabilisierung der Kartonage und beeinträchtigen den historischen Gesamteindruck nur geringfügig. Im Bereich des Halses zeigt sich ein kleiner, altersbedingter Riss; die Gesamtstruktur der Maske ist davon unberührt und bleibt stabil.
Welche Funktion hatten Mumienmasken im alten Ägypten?
Mumienmasken wurden als Bestandteil der Bestattungsausstattung unmittelbar über dem Kopf der mumifizierten Verstorbenen angebracht und erfüllten mehrere religiöse und symbolische Funktionen. Sie verliehen dem Toten ein idealisiertes, dauerhaftes Antlitz, bewahrten seine Identität und brachten ihn zugleich symbolisch mit Osiris, dem Gott der Wiedergeburt und Herrscher der Unterwelt, in Verbindung. Die Angleichung an Osiris war Ausdruck des Glaubens, dass der Verstorbene an dessen Tod und Wiedergeburt teilhaben und dadurch selbst ewiges Leben im Jenseits erlangen konnte.Zugleich besaßen Mumienmasken eine ausgeprägte apotropäische Funktion. Ikonographische Elemente wie Sonnenscheibe, geflügelter Skarabäus oder Isis-Knoten galten als wirkmächtige Schutzsymbole, die den Verstorbenen auf seiner Reise durch die Unterwelt begleiteten und göttlichen Beistand gewährten. Neben ihrer religiösen Bedeutung stabilisierte und schützte die Kartonage den Kopf der Mumie. Nach altägyptischer Vorstellung war ein unversehrter Körper Voraussetzung für das Fortbestehen des Menschen im Jenseits. Der Ba – die bewegliche Seelenkomponente – musste den eigenen Körper wiedererkennen und regelmäßig zu ihm zurückkehren, wodurch die Erneuerung der Lebenskraft des Verstorbenen ermöglicht wurde.
Provenienz: Ehemals im Bestand der Galerie Jean & Huguette Ramié (Cannes, Frankreich). Begleitet von einem französischen Zertifikat vom 16. August 1982, ausgestellt für Madame E. Andrey durch Jean & Huguette Ramié unter Bezugnahme auf die Begutachtung durch den Pariser Sachverständigen C. Véeité, 141 Boulevard Raspail, Paris; das Zertifikat datiert die Maske auf die saïtische Zeit (ca. 600 v. Chr.). Der begleitende Antiken-Pass vom 2. Juli 2024 ordnet das Objekt einem Zeitraum von 663–31 v. Chr. zu. Zusätzlich ist das Objekt in einem zeitgenössischen Pressebericht über den 8. Salon d'Antiquités et de Brocante in Antibes–Juan-les-Pins (1982) als eines der ältesten ausgestellten Exponate dokumentiert.
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Das Objekt ist auf einem eigens angefertigten Holzständer präsentiert und zusätzlich mit einer schützenden Abdeckung versehen, die zur langfristigen Bewahrung beiträgt.
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