Römischer Kopf eines Jünglings, präsentiert auf einem Stand
Material: Kalkstein
Datierung: ca. Mitte des 3. Jh. n. Chr.
Größe: Höhe 17,2 cm; Tiefe 11,4 cm; mit Ständer ca. 24 cm
Zustand: Sehr guter Erhaltungszustand
Der unterlebensgroße Kopf ist aus Kalkstein gearbeitet und zeigt das schmale Gesicht eines jungen Mannes mit leicht abstehenden Ohren. Die Haare sind nach vorne gekämmt und enden oberhalb der Stirn in einer regelmäßig angeordneten Reihe kleiner, plastisch ausgearbeiteter Locken, während das übrige Haar in flach modellierten Strähnen anliegt.
Die Gesichtszüge sind klar definiert; die Augen liegen leicht vertieft unter kräftig ausgearbeiteten Lidern, die Pupillen sind flach eingetieft. Nase und Mundpartie sind präzise modelliert. Die Nasenspitze sowie eine kleine Partie am rechten Kinn sind gebrochen und wieder angesetzt. Eine leichte Asymmetrie in der Ausführung einzelner Gesichtspartien ist erkennbar.
Auf der Oberfläche haben sich zahlreiche Spuren ursprünglicher Bemalung erhalten, insbesondere rötlich-braune Farbreste im Bereich von Gesicht und Haar, die auf eine ehemals polychrome Fassung hinweisen. Der Kopf ist im Halsbereich und am Hinterkopf gebrochen; die Rückseite weist eine unregelmäßige Bruchfläche auf, die darauf hindeutet, dass er ursprünglich Teil einer größeren Steinfigur oder eines Reliefs war. Der Kopf ist auf einem modernen Metallständer montiert.
Stilistisch lässt sich das Stück in den östlichen Mittelmeerraum einordnen und dürfte in die römische Kaiserzeit, etwa in das 3. Jahrhundert n. Chr., zu datieren sein – eine Periode, in der regionale Werkstätten römische Bildtraditionen mit lokalen Ausdrucksformen verbanden. Die Verbindung aus idealisierenden Elementen und individuell wirkenden Zügen entspricht gängigen Darstellungsweisen von Porträtköpfen dieser Epoche, ohne eindeutig auf eine spezifische Person zu verweisen. Erhaltene Farbreste sind bei steinernen Skulpturen vergleichsweise selten und bezeugen die ursprünglich polychrome Erscheinung derartiger Werke.
Nach welchen Kriterien erfolgt die Datierung römischer Porträtplastiken?
Ein wichtiges Kriterium für die Datierung römischer Porträtplastiken sind stilistische Merkmale wie Frisur, Barttracht und Gestaltung der Physiognomie, die während der römischen Kaiserzeit charakteristischen Veränderungen unterlagen und sich häufig an den offiziellen Bildnissen der jeweiligen Kaiser orientierten. Dadurch lassen sich Porträts häufig bestimmten Epochen oder Herrschaftszeiten annähernd zuordnen. Ergänzend werden Material, Bearbeitungstechnik sowie – sofern bekannt – der archäologische Fundkontext in die Datierung einbezogen.
Da Porträtplastiken trotz typischer Stilmerkmale individuelle Ausprägungen aufweisen und ihre Gestaltung je nach Werkstatt und Region variieren konnte, lässt sich diese Zuordnung nicht immer eindeutig vornehmen. Ohne Inschrift oder gesicherten Fundkontext ist eine exakte Datierung daher nur selten möglich; üblich ist stattdessen die Eingrenzung auf einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten.
Provenienz: Aus der belgischen Sammlung Monsieur K. S., seit 2013. Erworben auf dem deutschen Kunstmarkt, G.M., Bayern.
Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.
Schutz von Kulturgütern: Alle von uns angebotenen Exponate entstammen renommierten Sammlungen und wurden auf Kunstauktionen sowie aus Nachlässen erworben.